Zukunftsschau, Corona und die Präzision des Remote Viewing

…oder; warum hat kein (?) Remote Viewer die Corona-Situation vorausgesehen?

Durch derartige Feststellungen werden auf dem ersten Blick berechtigte Fragen über die Präzision und Treffsicherheit von Remote Viewing aufgeworfen. Ist es vielleicht doch nicht so präzise, wie es häufig angepriesen wird, da ein Weltereignis solchen Ausmaßes offenbar übersehen wurde? Aus rund zehn Jahren Praxis-Erfahrung möchte ich darauf folgendes antworten: Remote Viewing ist nicht unpräzise, sondern im Gegenteil; es ist ZU präzise! Und das hat, wie ich nachfolgend zeigen werde, seine Vor und Nachteile…

Was soll das bedeuten? Zuerst möchte ich für alle Leser, die sich noch nicht eingehender mit Remote Viewing beschäftigt haben, ein häufiges Missverständnis korrigieren: Remote Viewing ist keine klassische Prophetie oder Vision von Großereignissen, die ihre Schatten vorauswerfen, und die den “Seher” spontan ereilen. Es ist eine höchst präzise, verblindet durchgeführte Technik, bei der spezifische Informationsinhalte vom Viewer abgefragt werden, die im Tasking (also der Target-Aufgabe) definiert sind. Je präziser das Tasking und je professioneller das Monitoring, desto konkreter und detailreicher können die gefragten Informationen erbracht werden.

Eine Frage der Präzision

Die zugrundeliegende Fragestellung definiert den Antwort-Rahmen. Macht man also beispielsweise eine Timeline auf bedeutende technologische Entwicklungen bis 2030, wird der Viewer in erster Linie Eindrücke der bedeutendsten technologischen Entwicklungen (und ihren Zeitraum) liefern. Darunter insbesondere eine Beschreibung der Technik, Zweck / Nutzen, Funktionsprinzipien, Standort(e), gesellschaftliche Auswirkungen (z.B. Widerstand durch Lobbyismus gegen neue Energietechnologien) etc…

Macht man andererseits eine Timeline auf die Bewusstseinsentwicklung der Menschheit, wird der Viewer vor allem die geistigen Prozesse der kollektiven Bewusstseinsveränderung beschreiben, jedoch nicht zwangsläufig die physische “Ereigniskulisse“, in der diese Umbrüche stattfinden. Das kann man natürlich zusätzlich abfragen, allerdings bewegt man sich dadurch von den ursprünglich gefragten Informationen weg, und kommt sozusgen vom Hundertsten ins Tausendste.

Es gibt also durchaus Möglichkeiten, nachzuschauen, welche äußeren Ereignisse es gibt, die eine kollektive Bewusstseinsentwicklung beeinflussen. Allerdings wächst der Aufwand der Informationsrecherche dadurch entsprechend an. Möchte man sich also einen breiten Überblick über zukünftige Entwicklungen und die wiederum damit verwobenen Ereignisse (Ursachen, Wirkungen, Nebenwirkungen, Kaskadeneffekte…) verschaffen, ist ein entsprechend großes und komplexes Remote Viewing-Projekt nötig.

Die Corona-Situation im Kontext des Zukunftsprojektes

Betrachten wir diese Festsellungen mal im Kontext unseres Zukunftsprojektes, welches die Zeit von 2016 bis 2100+ umfasste, und dessen erstes Resümee wir im Oktober 2017 veröffentlichten (u.a. in Artikelform und bei CROPfm netradio). Manche Hörer und Leser fragten zurecht, warum so ein Großereignis wie Corona nicht im Jahre 2020 auftauchte. Die Antwort dazu dürfte geradezu banal wirken:
Weil wir nicht danach geschaut haben.

Was bedeutet das im operationalen Sinne? Zum einen gab es bis dato keine spezifischen Sessions auf das Jahr 2020 (oder weitere Einzeljahre), zum anderen lagen die Prioritäten auf anderen Aspekten, nicht in der detaillierten “Ereigniskulisse“. Vereinfacht gesagt, ging es um die signifikantesten Entwicklungen in einem Zeitrahmen von über 100 Jahren. Würde man dieses Vorgehen beispielsweise auf das 20. Jahrhundert anwenden, kämen wahrscheinlich die zwei Weltkriege, die Teilung der Welt zwischen Ost und West, der Fall des Eisernen Vorhangs und vielleicht noch eine handvoll weltverändernder Entwicklungen (wie Computertechnologie) auf. Allerdings wird man nicht jeden Nebenschauplatz kriegen, selbst wenn er für einen relativ kurzen Zeitraum globale Aufmerksamkeit hatte. Bewusstseinsmäßig dürfte die langsame Erweiterung von Nationalbewusstsein auf Globalbewusstsein im 20. Jahrhundert eine Rolle gespielt haben. Vielleicht auch noch weltbildverändernde Durchbrüche in der Wissenschaft (z.B. Relativitätstheorie), was aber schon ziemlich spezifisch wäre, da es die wahrgenommene Alltagsrealität der globalen Bevölkerung nicht direkt betraf.

Hätte, hätte, Ereigniskette…

Unter welchen Umständen hätte die Corona-Situation dennoch in unseren Timelines auftauchen können? Dazu wäre zumindest ein Target a’la “Beschreibe die signifikantesten Gesundheitskrisen bis 20XX!“, oder alternativ “…die signifikantesten, gesellschaftspolitischen Ereignisse…“ nötig gewesen. Solche Sessions gab es jedoch bis zur Veröffentlichung des Projektes aufgrund der primären Zielsetzung und aus Zeitmangel nicht. Unser Hauptfokus lag damals auf der Überthematik “Utopie & Dystopie“, welche sich in zwei unabhängigen Projekten zugleich zeigte, und worauf unser Zukunftsprojekt dann aufbauen sollte. Wir untersuchten also den wesentlichen Auslöser der Entscheidung zwischen Utopie und Dystopie, was uns zu Bewusstseinsveränderungen in der Menschheit führte.

Die Zukunft des Zukunftsprojektes

Nach der Veröffentlichung des Zukunftsprojektes war es über zwei Jahre lang relativ still darum, da wir uns in der Zeit anderen Projekten widmeten (u.a. dem Entführungsphänomen, der Lichtfallen-Thematik und vor allen dem Aufbau der Academy of Mind). Ende 2019 wurde das Projekt wieder aufgenommen, da die damaligen Erkenntnisse erst ein zaghaftes Kratzen an der Oberfläche waren. Wir widmen uns nun vor allem den Themen, für die bis zur ersten Veröffentlichung keine Zeit mehr vorhanden war (z.B. Raumfahrt-Entwicklung, Entdeckung von außerirdischem Leben, Erstkontakt etc…). Des Weiteren soll es einen verstärkten Fokus auf die 2020er, ihre Ereignisse, Entwicklungen und Chancen geben. Dieser Teil ist bis zum Zeitpunkt dieses Artikels jedoch noch nicht aktiv angelaufen.

Sobald der Projektdurchlauf eine interessante Datendichte erreicht hat, wird es natürlich Updates geben. Das kann allerdings noch bis Ende des Jahres (oder länger) dauern, je nach Anforderung der aktuellen “Ereigniskulisse“ an uns. Unsere Remote Viewing-Ausbildungen (momentan natürlich online) und Recherche-Aufträge sind nämlich seit einigen Monaten sprunghaft angestiegen. Das freut uns natürlich sehr und steht in der Priorität höher als Remote Viewing-Projekte, die wir beiläufig in unserer Freizeit machen. Die Academy of Mind soll weiter wachsen (vor allem was qualifizierte Viewer betrifft), um in Zukunft noch komplexere, grenzwissenschaftliche Forschungsprojekte ermöglichen zu können.

Hinweise als Beifang

Gab es denn sonst überhaupt keine Indizien, welche auf die Corona-Situation schließen ließen? Doch, die gab es durchaus. Jedoch wurde uns das erst nach Durchsicht einiger Timelines aus dem Jahre 2019 klar. Dabei handelte es sich nicht um Sessions für das Zukunftsprojekt, sondern um Beifänge aus Recherche-Aufträgen und privaten Timelines.

Gesellschaftspolitischer Beifang

Ein interessanter Beifang stammte z.B. aus einer Auftragssession, die im August 2019 geviewt wurde. Dort beschrieb der Viewer, dass die Bevölkerung in Deutschland im Frühjahr / Sommer 2020 freiwillig (!) Maßnahmen fordert, die aus damaliger Sicht polizeistaatlich anmuteten (“Bevölkerung verlangt den Polizeistaat“, “liberal zu extrem“, “Dominanz / Unterdrückung“, “Unzufriedenheit“…). Allerdings verfolgten wir diesen Punkt nicht mehr genauer, weil wir für den Auftraggeber andere Schwerpunkte untersuchen sollten, und die Session an dieser Stelle schon fast zu Ende war (der Viewer also auch entsprechend erschöpft).

Wir deuteten diesen Eindruck aus damaliger Sicht mit anderen Problemen im Land, die zu der Zeit brodelten. Das erschien uns zu dem Zeitpunkt, als die Radikalisierung der politischen Lager in Deutschland stark thematisiert wurde, sehr naheliegend. Ein gutes Lehrbeispiel, warum man Eindrücke von zukünftigen Ereignissen nicht unbedingt mit gegenwärtigen Themen interpretieren sollte, wenn man keine entsprechenden Daten dazu in der Session hatte. Auch wenn es wie in dem Fall “nur“ ein Jahr in der Zukunft lag, denn innerhalb eines Jahres kann viel passieren. Effekte von Wahrscheinlichkeitsfluktuation (z.B. durch den freien Willen oder Anomalien) sind dabei noch garnicht berücksichtigt.

Beifang der persönlichen Betroffenheit

Ein weiteres Indiz stammte aus einer privaten Session auf die Academy of Mind bezüglich Möglichkeiten und Problemen in den Jahren 2019 bis 2021. Wir machen normalerweise jedes Jahr mehrere private Timelines mit wahrscheinlichen und optimalen Verläufen für die kommenden Jahre. 2019 schafften wir aus Zeitgründen allerdings nur eine Session dieser Art. Geviewt wurde sie im Mai 2019 von einem unserer Fortgeschrittenenkurs-Trainees. Die signifikanten Eindrücke der 2019’er Timeline hatten sich bis Ende des Jahres so erfüllt, wie sie geviewt wurden. Für das Jahr 2020 tauchte dann im Frühjahr / Sommer ein problematischer Punkt auf, der die Eindrücke “Kontakt wird unterbunden, wird von Außen verordnet“, “Präsenz / Ort nicht verfügbar” (etc…) beinhaltete. Als Lösung bzw. optimaler Umgang mit diesem Punkt kamen Eindrücke von Online-Präsenz und Internet-Tätigkeiten. Da wir momentan natürlich keine Vor Ort-Seminare abhalten können, laufen seit März alle Remote Viewing-Ausbildungen online (Stichwort “Home Office“).

Seltsames Optimum für einen Kongress im Jahre 2020

Noch ein indirekter Hinweis zeigte sich in zwei Optimum-Sessions auf einen potentiellen Kongress im Jahre 2020. Diese wurden im August 2019 geviewt. Rein von der Planung her war es angedacht, den Kongress im Sommer 2020 zu veranstalten. Das hätte uns auch noch einigermaßen Zeit für die Vorbereitungen gelassen. Seltsamerweise lokalisierten beide Viewer als optimalen Zeitraum das Frühjahr bzw. sogar noch den Winter 2020. Genauer gesagt tauchte in der ersten Session der optimale Zeitraum im März auf, in der zweiten Session (die ein paar Tage später durchgeführt wurde) sogar schon Anfang Februar. Da das sehr knapp werden würde, und noch weitere, organisatorische Faktoren hinzukamen (u.a. dass der nächste, freie Termin am Veranstaltungsort im April war), legten wir es auf Ende April 2020.

Kongress-Timeline 2020

Als Gegencheck schauten wir noch, warum es nicht im Sommer stattfinden solle. Dort ergaben sich die damals etwas kryptischen Eindrücke, bei denen die Leute, die gerne gekommen wären, nicht da sein könnten, und es entsprechend bedauerten (a’la “Hätte es mal früher stattgefunden, als wir noch teilnehmen konnten!”). Wir deuteten es damals so, dass im Sommer einfach viele Leute fehlen würden, weil sie anderweitig unterwegs wären (z.B. im Urlaub). Den genauen Grund untersuchten wir jedoch nicht weiter. Im Kontext von Corona-Krise und Veranstaltungsverboten erscheinen die damaligen Eindrücke natürlich in einem neuen Licht. Der zweite Viewer hatte noch einen Alternativpunkt (zweitbeste Wahl) ganz am Ende der Timeline wahrgenommen, dessen Zeitraum sich quasi wenige Tage vor Neujahr befand. Es bleibt also abzuwarten, ob dann wieder solche Veranstaltungen möglich sein werden.

Praxis vs. Nachbetrachtung

Da wir bisher keine anderen Erklärungen für diese drei Beispiele finden konnten, ordnen wir sie vorerst der Corona-Situation zu. Es gab also offenbar Hinweise darauf, die jedoch damals unter die Kategorie “Beifang“ fielen, und nicht tiefergehend untersucht wurden. Letztlich obliegt es dem Monitor zu entscheiden, was im Kontext des Targets wichtig erscheint und entsprechend tiefergehend untersucht werden soll, und was eher als zweitrangiger Nebenschauplatz gilt. Hier könnte man in Versuchung geraten, den alten Remote Viewer-Spruch “Der Monitor ist schuld!“ anzubringen, allerdings wurden die eigentlichen Prämissen der damaligen Sessions erfüllt.

Rund um die Welt

Da wir natürlich nicht die einzigen Remote Viewer auf diesem Planeten sind, ist die Frage naheliegend, ob andere Gruppen ebenfalls Hinweise auf die Corona-Situation hatten. Es gab tatsächlich welche, aber nicht allzu viele. Oder zumindest nicht viele, die veröffentlicht wurden, denn uns sind auch Beispiele bekannt, bei denen man sich bis heute für Zurückhaltung entschied.

Einer der ersten Viewer, der die Thematik im Januar 2020 ansprach, war Edward Riordan. Er fand dazu Hinweise aus Sessions im Jahr 2017. Weitere Eindrücke konnten von CryptoViewing (Dick Allgire & Co.) in älteren Sessions als Beifang der Finanzentwicklung festgestellt werden. Seither sind einige dramatische Sessions zu dem Thema öffentlich besprochen worden, während andere nach wie vor zurückgehalten werden. Allerdings sollte man dabei immer im Hinterkopf behalten, dass Fremdemotionen und Ereignis-Ausschnitte in Timelines häufig stark übersteigert wahrgenommen werden. Der Spruch “Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“ ist dabei oft zutreffend. Einige Viewer aus Übersee haben in der Hinsicht leider auch eine Historie aus überdramatisierten bzw. nicht eingetroffenen Vorhersagen.

Im deutschsprachigen Raum gab es noch auf Seiten der Remote Viewing-Akademie Beifänge beim Börsen-Viewen, die auf die Situation hindeuteten. Sessions auf Börsenkurse sind häufig ein Kontext für interessante Beifänge, da sich große, gesellschaftspolitische Ereignisse meist in der Wirtschaft niederschlagen. So wurden bereits vor über 20 Jahren in Börsen-Sessions Eindrücke von 9/11 als Beifang wahrgenommen, als man den Grund für einen plötzlichen Kurssturz genauer untersuchte. Was das Ereignis war, wurde den Viewern jedoch erst im Nachhinein klar, als es dann schließlich passierte. So ist das mit Beifängen in Zukunftssessions, die sich ohne größeren Kontext als isolierte Puzzleteile zeigen.

Alles nur Zurechtbiegerei?

Geneigte Skeptiker (auch innerhalb der Grenzwissen-Szene) könnten die “fehlende” Vorhersage der Corona-Situation natürlich als Steilvorlage zur pauschalen Remote Viewing-Kritik hernehmen. Bis zu einem gewissen Grad wäre das sogar verständlich. Das allerdings auch nur, wenn keine tiefergehende Beschäftigung mit dem Thema stattgefunden hat, wie dieser Artikel hoffentlich verdeutlichen konnte.

Passivität und Aktivität

Gerade Kritik innerhalb der Grenzwissen-Szene ist in dem Kontext interessant, denn sie stammt meist von Leuten, die selbst keine aktiven Techniken praktizieren, sondern sich häufig als rein passive Konsumenten von Grenzwissen offenbaren. Weiterhin wird übersehen, dass es noch etliche andere Divinationstechniken gibt, von denen keine diese konkrete Situation vorhergesehen hat (zumindest soweit es mir bekannt ist). In den begleitenden Zeitqualitäten für das Jahr 2020 waren jedoch viele Aussagen treffsicher, inklusive unseres Zukunftsprojektes von 2017. Die Bezeichnungen “Entscheidende 2020er“ und “Ab da beginnt das kollektive Trippen“ (Reicher & Stark) machen in dem Kontext seit längerer Zeit die Runde. Was aber nicht bedeutet, dass wir es in Zukunft nicht noch präziser hinbekommen könnten. Letztlich ist es eine Frage von Zeit, Nutzen und qualifizierter Manpower.

Konstruktive Kritik

Es bedarf also keiner Anstrengung oder tiefergehenden Beschäftigung, um mal eben schnelle “Kritk“ zu äußern. Man darf sich allerdings fragen, ob das irgendjemanden in seiner eigenen Entwicklung oder die Grenzwissen-Szene allgemein jemals weitergebracht hat. Da wäre es sinnvoller, diese Energien auf das aktive Mitwirken und die Verbesserung von divinatorischen Techniken zu leiten, statt sich von den wenigen, aktiven Machern im Grenzwissen-Bereich “unzureichend unterhalten“ zu fühlen (wie es bisweilen den Anschein macht).

Abschließende Worte

In diesem Artikel sollte es vor allem um die Präzision und Fallstricke von Zukunftseindrücken per Remote Viewing gehen, was sich an der aktuellen Corona-Situation sehr gut darstellen lässt. Eine der größten Stärken von Remote Viewing ist dessen fokussierte Präzision, die jedoch zugleich als mühselige Schwäche angesehen werden kann.

Teleobjektiv vs. Kartoffelkamera

Man stelle sich Remote Viewing am besten wie ein hochentwickeltes Teleobjektiv vor, mit dem sich gezielt kleine Ausschnitte in einer Landschaft mit erstaunlichem Detail beobachten lassen. Im Gegenzug ist es jedoch sehr zeitaufwändig, sich damit ein schnelles Bild der gesamten Landschaft zu machen. Man tastet sich also mühsam Puzzlestück für Puzzlestück voran, ohne sofort eine Gesamtszenerie erhalten zu können. Doch wenn die Aufgabe erledigt ist, hat man ein hochdetailliertes Gigapixel-Panorama, anstelle eines unscharfen, schnell geknipsten Landschaftsfotos aus der Kartoffelkamera.

Remote Viewing eignet sich also vor allem dazu, kleine Puzzleteile in ihren Details und Bedeutungen zu untersuchen. Um jedoch ein breiteres Feld abzudecken (wenn auch undeutlicher), lohnt es sich durchaus, verschiedene Techniken mit ihren jeweiligen Stärken interdisziplinär zu kombinieren. Dazu gehören natürlich auch nicht-außersinnliche Techniken, allem voran der differenzierte Umgang mit Informationen und kreuzverifizierter Quellenarbeit.

Komplexität und Datendichte

Zur Zeit der militärischen / geheimdienstlichen Nutzung, wurde das Remote Viewing auch nicht als isoliertes Werkzeug benutzt, sondern diente in erster Linie als kostengünstige Ergänzung bzw. Verifikation für andere Informationsquellen. In manchen Fällen wurden über 70 Sessions auf Sachverhalte gemacht, die einen wesentlich kleineren Rahmen hatten, als der Versuch, einen Ausblick auf die nächsten 100+ Jahre in nur zehn Sessions zu geben (wie es 2017 bei unserem Zukunftsprojekt der Fall war). Dies sollte im Hinterkopf behalten werden, wenn man beispielsweise komplexe Ereignisse damit aufklären möchte: Eine Einzelsession genügt meist nicht, und mit wenigen Puzzlestücken voreilig auf das Gesamtbild zu schließen, kann zu Fehleinschätzungen führen. Denn AULs sind nicht nur ein Problem des Viewers innerhalb der Session, sondern können auch bei der anschließenden Interpretation der Daten durch die Projektleitung entstehen.

Unser Zukunftsprojekt wird natürlich weitergehen und in seiner Detailliertheit wachsen, jedoch ist es ein kontinuierlicher Prozess, der sich als Nebenschauplatz unseren eigentlichen Aufgaben herausdestillieren wird.

2020-04-20T17:33:27+02:00April 20th, 2020|Allgemein, Coordinate Remote Viewing|